1. Mai 2015

Die ersten Tage in Costa Rica

¡Hola Amigos! Ich bin gerade einmal zwei Tage in diesem Land und weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Denn in der Zeit haben sich bereits erwähnenswerte Stories ereignet, die den Start hier umso perfekter machen. 

Ich fange einfach einmal beim Flug an. Der war richtig, richtig langweilig. Elf Stunden von Madrid nach San José, die nicht vorbei gehen wollten. Schlafen, was die ganze Sache ungemein verkürzt hätte, war auch nicht drin. Das lag wohl an dem recht ungünstigen Sitz am Mittelgang. Das ist aber nun wirklich das Einzige. Meckern auf höchstem Niveau. Nach der recht sanften Landung des A340, ging dann alles recht fix. Die ganze Einreisebürokratie dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Im Anschluss wurde ich schon von den geschäftstüchtigen Ticos empfangen. Taxi da, Handykarte hier, Geld umtauschen dort. Das wirkte erst einmal aufdringlich, war aber okay. 

In jedem Ratgeber wird darauf gewiesen nur die offiziellen, orangen Taxis zu nutzen, aus Sicherheitsgründen. Das wurde auch nochmal im Flugzeug kurz vor der Landung erwähnt. 

Im Endeffekt bin ich in einem schwarzen und mit getönten Scheiben, düster aussehenden Van mitgefahren, der definitiv schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Aktion sparte mich 12$. Die Fahrt war jedoch der Wahnsinn. Ich dachte der spanische Verkehr wäre heftig, der ist aber kein Vergleich zu San José. Hier wird jede Lücke und Chance genutzt. Vorfahrt oder überhaupt alle Verkehrsregeln sind Verhandlungssache. Bemerkenswert ist dabei das Verhandlungstempo. Allein auf den 20km zum Hostel Casa del Parque, hatten wir drei bis vier “close calls”, also beinahe Unfälle, drei Unfälle lagen auf der Strecke und verursachten Stau. Ich muss es nochmal sagen, auf gerade einmal 20 Kilometern! 

Heil angekommen ging es direkt zum einchecken ins Hostel. Das hatte ich noch die Woche zu vor gebucht und angezahlt. Zu meiner Freude entsprach es meinen Vorstellungen. Alles sauber, super coole Leute von aller Herren Länder und ein drei Monate alter Schäferhund und mit dem ich Freundschaft geschlossen habe. Für den Preis von 12 amerikanischen Dollar ist es mehr als top! 
   
    Nachdem ich mir mein Bett aussuchte, ging ich schnell einkaufen. Sollte man in San José nach Einbruch der Dunkelheit eigentlich nicht tun, aber der “Seven/Eleven” war nur zwei Blocks entfernt und ganz so mormosenhaft muss man nicht tun. Dennoch sollte man sich in San José in acht nehmen, denn die Wahrscheinlichkeit hier überfallen werden, ist ebenso hoch wie von einem Bus angefahren zu werden. 

Ich war zwar unheimlich müde, setzte mich aber nochmal in den idyllischen Hinterhof, der früher einmal ein Schulhof war und jetzt liebevoll hergerichtet, zum Chillen einlädt. Perfekt machte es ein eiskaltes costa-ricanisches Bier. Das hatte stolze drei Dollar gekostet, war aber jeden Tropfen wert. Als ich da so saß, fragte mich eine junge Frau nach einer Zigarette und gesellte sich zu mir, spendierte mir im Gegenzug dafür ein paar Bier und wir unterhielten uns. Über Costa Rica, was man davor so machte, das Gesundheitssystem unserer Länder, Politik und Zeitgeschehen und über die Suche des Glücks. Sie sagte, sie wäre ursprünglich Irin, also sprachen wir englisch. Bis sie nach einer viertel Stunde plötzlich sagte: “Hey, wir können auch deutsch miteinander reden, ich habe fünf Jahre lang in Deutschland gelebt.” Allzu lang hielt das aber nicht an, da sich der Roger, der Hostelbesitzer und ein guter Freund von ihr dazu gesellte. Das ging noch bis um zwölf in der Nacht, bis ich mir dann schon die Augen zu fielen. 

Nach einer richtig guten Nacht bei etwa 30 Grad, machte ich mich schon halb sieben auf die Spur. Mein Plan war es mit dem Bus nach Jacó zu fahren. Das Busterminal “Coca-Cola” ist zirka 15-20 Blocks, die Straße entlang entfernt. So beschloss ich die 2km zu laufen. Einziger Nachteil, hier sieht fast alles gleich aus, kaum markante Punkte an denen man sich orientieren kann und die Blocks zu zählen vergas ich irgendwann. An diesem Punkt kam dann mein ausgezeichnetes spanisch zum Einsatz. Mich wundert es, dass ich kein Bier zu meiner Wegbeschreibung bekam, wenn ihr wisst was ich meine. 😀 

Nach etlichen umher fragen habe ich die Station gefunden und mir ein Ticket für die zweieinhalb stündliche Fahrt geholt. Ab da an hatte ich anderthalb Stunden Zeit, bis um neun der Bus nach Jacó fahren würde. Ich beschloss an der Station zu warten, den die Gegend war nicht wirklich einladend. Als ich da so saß, sah ich einen anderen Backpacker. An seinem Rucksack hing ein Canada Patch, abgesehen davon, sind Backpacker oder Fremde hier leicht auszumachen. Als er mich sah, gesellte er sich zu mir und wir unterhielten uns ein wenig. Er wollte ebenfalls nach Jacó und erzählte mir von dem verrückten Gefühl alles hinter sich zu lassen. Ich schätze ihn auf etwa 50 Jahre und er sagte, dass er seine Firmen (jep, plural) und sein Haus verkaufte, sowie seine Frau zurückließ. Seine Beweggründe hinterfragte ich nicht. Jedenfalls wolle er ab jetzt die Welt bereisen und er fing vor drei Tagen in Costa Rica an. Danach geht es nach Panama, immer weiter südlich, bis mach Chile. So sein Plan. Mit ihm ging die Busfahrt recht schnell vorüber. Er gab mir noch ein wissenswertes Buch mit, “Costa Rica Day by Day”, dann verabschiedeten wir uns. 

Ich nahm mir darauf hin ein Taxi zu Manga’s Surfhouse. Die Übernachtungen hier sind günstig, wenn man bedenkt, dass in den 14$ Surfboards zur Benutzung mit drin sind. Ein Tag Ausleihen kostet sonst um die 20$. Die boards sind zwar runter gerockt, aber hey, was soll’s! 

Hier war ich nun, das erste Mal am Pazifik und er der Strand liegt gerade einmal 50m vom Hostel entfernt… einfach perfekt!
   
       

Bis die Tage 🙂 dann gibt es Stories aus Jacó. Jetzt geht es erst einmal Richtung Süden… 

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