Was braucht man für eine Unterkunft? Jeder hat dahingehend andere Ansprüche. Es wäre schon nicht schlecht in einem 5 Sterne Hotel in Costa Rica zu nächtigen. In einem riesigen, gemütlichem Bett und einer Tür, die man hinter sich zu macht und seine Ruhe hat. Aber das würde mich auch sehr einschränken. Ich wäre an das Hotel gebunden, würde wahrscheinlich bedeutend weniger von der Welt sehen und obendrein noch eine Menge Geld bezahlen.
Mein Ziel ist es in Hostels oder Cabanas unterzukommen, aber sollte das, aus welchen Gründen auch immer, mal nicht möglich sein, habe ich meine Poncho und meine Hängematte. Damit lässt sich im Handumdrehen eine gemütliche Unterkunft zaubern.
Der Poncho: Wie der Name schon sagt, ist es keine gewöhnliche Plane. Eigentlich zieht man in über, um nicht nass zu werden und trotzdem so viel wie möglich Bewegungsfreiheit zu haben. Ich nutze ihn jedoch meist als Behelfsdach oder als zweite, wasserdichte Decke. Ich habe meinen jetzt über 10 Jahre und wenn ich zurück denke, war es definitiv einer der besten Käufe, die ich je getätigt habe. Er ist gerollt kaum größer als eine Bierflasche, wiegt um die 300g, somit passt er überall mitrein und ist immer dabei. An den Seiten und Ecken befinden sich Ösen, womit sich der Poncho mit Leinen super abspannen lässt. Genauso gut kann man ihn hierdurch mit Heringen im Boden verankern. Der Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt. Ausgebreitet mißt er 2,10m x 1,45m, also perfekt für eine Person mit Ausrüstung. Je nach dem wie man ihn einsetzt. Wer etwas größeres sucht, kann sich nach einem TARP umschauen. Diese sind größer und und etwas robuster, wodurch sich dann aber auch die Packmaße und das Gewicht ändern. Preislich liegt ein Poncho bei ~ 20 Euro (TARPs gibt es ab ~ 50 Euro).
Mein Tipp: Ein einfacher von Miltec (100% Polyester) reicht vollkommen aus. Sie sind im Vergleich zu anderen (zum Beispiel original Bundeswehr) leichter, platzsparender und ausreichend robust. Ich habe ihn seit über 10 Jahren immer mit dabei. Alle paar Wochen ist er mindestens im Einsatz und hat lediglich ein paar Brandlöcher davon getragen. Das auch nur, weil ich zu oft und zu gern direkt am Feuer schlafe.

Die Hängematte: Die habe ich noch gar nicht so lange. Auf Arbeit kam mir der Gedanke, wie schön doch eine Hängematte wäre, um nach dem Mittagessen ein kleines Päuschen zu machen. Seither ließ mich der Gedanke nicht mehr los. Kaufentscheidend bei dieser war wieder einmal das geringe Packmaß und Gewicht. Sie nimmt eben so viel Platz weg wie der Poncho und wie ebense um die 300g. Möglich ist das durch die Verwendung von Fallschirmseide.
Ich habe die Hängematte bislang dreimal aufgehängt, einmal darin geschlafen und ich bin richtig zufrieden! Es ist super bequem darin zu liegen oder zu sitzen, auch wenn ich anfangs meine Bedenken hatte, ob sie mich aushält. Auch das Aufbauen gestaltet sich weniger kompliziert, als ich das vermutet hatte. Zusätzlich kaufte ich mir Montage-Stricke, speziell für Hängematten (~ 15 Euro). Diese bieten im Abstand von zirka 5cm Schlitze durch die, die Enden mehrfach durchgeführt werden. Durch den Wiederstand rutschen sie nicht heraus und die Hängematte lässt sich super spannen. Man benötigt nur zwei Fixpunkte (im besten Fall Bäume) im Abstand von 4 bis 8m. Lediglich drei bis fünf Minuten braucht es, um sie aufzuhängen.
Beides kombiniert, ergibt eine super Unterkunft. Von oben gegen Regen und von unten gegen Tierchen, sowie Kälte geschützt.
Ich bin gespannt, ob ich eine Notunterkunft beim Backpacking in Costa Rica brauche. Wenn nicht, bin ich nicht traurig, denn regnen wird es bestimmt und für die Hängematte finde ich auch ein Plätzchen, um einfach mal zwischen Palmen am Strand abzuhängen.
Mein Tipp: Nimm immer ein paar Leinen mit, am besten 550er Paracord (Fallschirmschnur). Ein, zwei oder drei Gepäckspanner sind ganz praktisch, um den Poncho zu befestigen. Alu-Heringe sind ebenfalls gut, um den Poncho gegebenenfalls am Boden fest zu machen. Wer keinen Platz mehr haben sollte, kann dafür aber auch Stöcke nutzen.